Mittwoch, 3. November 2010

SENTENZIA making of

SENTENZIA ist erschienen.
Zeit für einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte
des Tarotdecks von
Anja-D.Schacht und mir.

Ich beschäftige mich seit mehr als 25 Jahren mit Tarot und im Laufe der Jahre entstand der Wunsch, ein Tarotdeck zu erschaffen, das nicht aus Bildern, sondern aus Worten und Wortbildern besteht. Ich weiß aus meinem Beruf als Autor und Texterin und auch aus Beratungen :

Worte wirken.

Der Magier des SENTENZIA Decks


Darum werden Affirmationen, Sinnsätze, Weisheiten, Aphorismen so sehr geschätzt. Das wussten schon die alten Römer, die mit Zitaten von Vergil orakelten oder die Mönche, die sich durch Bibliomantie, also die Zufallsauswahl eines Bibelzitates, neue Denkanstöße holten. Der richtige Satz zur richtigen Zeit kann neue Wege weisen und kombiniert mit der Technik des Kartenlegens ergeben sich spannende Möglichkeiten zum Querdenken, zum Problemlösen und natürlich auch zur Vorausschau.

78 Karten sollen mit Inhalt gefüllt und gestaltet werden.
 

So begann es. Eine Idee. Und die Herausforderung: TAROT in jeder einzelnen Karte zu durchleuchten. Das habe ich dann gemeinsam mit Anja-D. Schacht in Angriff genommen. Wir arbeiten seit 13 Jahren erfolgreich und mit Leidenschaft für Qualität im Team in den unterschiedlichsten Projekten. Sie entwickelt das Design, ich bin für das Wort zuständig. Auf meine Frage, ob sie Lust habe, ein Tarotdeck mit mir gemeinsam zu erschaffen, kam promt die Antwort: "Ja! Und wenn wir das schon machen, dann machen wir das perfekt."
Klar ;-)

Tarot gilt ja traditionell als Spiegel der Seele und deckt auf, was man unbewusst ansteuert. Das, was die Tarotkarten zeigen, ist demzufolge nicht unbedingt deckungsgleich mit den bewussten Wünschen und Zielen. Mehr zu erfahren, als wir bewusst wissen – das ist eine der großen Möglichkeiten, die diese Karten uns geben.

Tarot taucht erstmalig im frühen 15. Jahrhundert in Norditalien auf, als sich der Herzog von Mailand, Filipo Maria Visconti, Spielkarten gestalten ließ. Von diesen Karten sind heute noch etwa 250 Stück erhalten, darunter auch das Visconti Sforza Deck, das älteste erhaltene Tarotblatt.
In die gleiche Zeitperiode fiel die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg, damit wurde die Verbreitung von Spielkarten ebenso möglich, wie die der Bibel. Schriften wurden entwickelt, klassifiziert, aus Blei gegossen und vervielfältigt. Der Grundstein für unser aller heutige Arbeit wurde gelegt.



Die Deutungsliteratur füllt viele Regalmeter. Symbole, Zahlen, Farben, Formen, Figuren – alles fließt ein. Die Deutung der Karten ist komplex und es dauert Jahre, bis man sie wirklich beherrscht.
Es gibt – vermutlich von C.G. Jung – den Satz, dass man auf eine einsame Insel lediglich ein Tarotdeck mitnehmen müsse, um das menschliche Fühlen, Denken, Handeln in all seinen Facetten zu verstehen.

Ergo: die Latte lag hoch bei unserem Projekt.
Bald weiter mit Teil II...

Das Copyright der Karten liegt bei Königsfurt-Urania . Verwendung und Abdruck nur mit Genehmigung des Verlages.