Sonntag, 2. September 2007

Saturn in der Jungfrau




Saturn steht ab heute im Zeichen Jungfrau und er gibt uns bis zum Ende des Jahres 2009 die Gelegenheit, Meister in dem Lebensbereich zu werden, den die Jungfrau anzeigt.

Saturn ist der Planet der Hoffnungslosigkeit, schreibt Claus Riemann und wenn man sich dieses Bild ansieht, ist es Segen und Fluch in einem. Hoffnung ist der Wunsch auf etwas Besseres, Schöneres, Friedvolleres, Liebevolleres. Saturn meint dazu lapidar: Lass die Hoffnung gehen! Komme in Deine Wirklichkeit - in dieser Deiner Zeit jetzt.

Saturn in sich zu erlösen ist harte Arbeit und oft auch Schmirgelpapier für unser Ego. Die Körperentsprechung des Jungfrau-Prinzips ist der Darm- und Verdauungtrakt und wenn wir dieses Bild auf unser Leben umsetzen, ist es durchaus aufschlussreich. Es geht um unsere Unterscheidungfähigkeit was uns dient, wem wir dienen, was wir uns dienstbar machen können und was wir lieber als unverdaulich für unser Leben aussortieren sollten.

Wir haben nun die Möglichkeit, die optimale Nutzung unserer Umweltbedingungen neu auszuloten, Saturns Senkblei wird Maßstäbe fordern. Die persönliche Ökonomie unserer Persönlichkeit ist Thema No. 1.

Ordnungsprinzipien und Aufmerksamkeit auf Details, Korrekturen aller Art dürften wichtig werden. Es geht im Jungfrau-Prinzip um Verständnis für die eigene Alltagstauglichkeit - es geht nicht (wie im Gegenzeichen Fische angezeigt) um Wünsche und Sehnen, um Träume und neptunische Selbstvergessenheit.

Die Eindrucksverarbeitung wird durch Saturn nachhaltig hinterfragt und hinterleuchtet. Die eigenen Reaktionen, die Subjektivität oder eben die Jungfrau-typische Sachlichkeit im durch das Zeichen angeschnittenen Haus werden aktuell.

Sicherheiten werden im jeweils angesprochenen Lebensbereich abgefragt, gecheckt, Saturn rüttelt so lange an unseren Sicherheitsleisten, bis nur noch die Bestand haben, die ganz die unseren sind. Falsche Sicherheiten werden weichen. Entweder wir lassen sie los oder Saturn legt den Finger in die Wunde und das Leben gibt uns Antworten, die wir uns selbst gern erspart hätten.

Wo flüchten wir ins Chaos? Wo vermeiden wir die eigene feste Struktur? Dieses Thema wird durch die in den nächsten Jahren anstehenden zwei Oppositionen von Saturn und Uranus akut. Wo alte Strukturen weichen müssen, fegt uranischer Wind durchs Leben. Wo neue Strukturen gefordert sind, können wir selbstbestimmt und als Souverän im eigenen Feld unseren Claim abstecken. Wir können,...wir können genau dies aber auch vermeiden und unter Druck geraten, bis wir reif sind für neue Wege. Saturn ist brottrocken und serviert die Themen ab nun Jungfrau-like, bis "sie gegessen" und damit verdaulich sind. Darauf ist Verlass.

Der Zusammenhang zwischen Seele und Körper wird in den Vordergrund rücken, denn Saturn fordert ebenso im Gegenzeichen Fische Aufmerksamkeit. Nehmen wir unsere Seelenhygiene ebenso ernst, wie die Körperpflege? Oder umgekehrt: sind wir im Feld Neptuns unterwegs, aber nicht genug geerdet?

Selbstbegrenzung und gleichzeitige Vervollkommnung der persönlichen Fähigkeiten können helfen, den Saturnlauf zu einer fruchtbaren Zeit zu machen. Anpassung und Selbstausdruck in der richtigen Mischung sind das, was geprüft wird. Wer sich zu sehr anpasst, wird zu mehr Selbstausdruck aufgefordert werden, wer Anpassung mit Duckmäuserei verwechselt und lieber Ego-Spielchen spielt, wird Saturns Bleigeschmack hassen und später schätzen lernen.

Jungfrau Energie ist per se Sorgen nah. Saturn wird uns lehren, worum wir uns wirklich sorgen, wo wir besser für uns sorgen müssen und wo wir sorglos, weil sicher und souverän agieren können.

Hoffnungs-Losigkeit als Ziel?

Wer dazu ja sagen kann, ist gerüstet für die nächsten 2 Jahre. Wo Hoffnung endet und Wirklichkeit beginnt, sind wir im Hier und Jetzt. Und darüber reden wir alle oft genug, manchmal verträumten Blickes.

Willkommen im Heute!


Abb. :"Der Weg der Bestimmung", Walter Crane, 1882