Freitag, 29. Juni 2007

Morgen: Vollmond im Steinbock



Ein Engel mit einer Harfe
9 Grad Steinbock

Dies ist ein Symbol für das ewige unbeirrte Interesse des menschlichen Geistes an den einfachen Potentialen der Erfahrung sowie für die rückhaltlose Begeisterung, die mit der Geburt aller menschlichen Motive einhergeht. Das Gespür für den kosmischen Ursprung aller Dinge druchdringt das menschliche Bewusstsein und versetzt uns in die Lage, die Beschränkungen des Augenblicks zu überwinden und der Erfüllung entgegenzugehen, Das Bild beschreibt die umfassende Harmonie, in der im Grunde jedes Wesen existiert. Das Schlüsselwort lautet EINSTIMMUNG.

Aus: Die Sabischen Symbole in der Astrologie, Marc Edmund Jones

Vollmond auf 8 Grad 25' Steinbock: Den Engel mit der Harfe willkommen heissen, bedeutet, ihn in der Wirklichkeit spielen und mitspielen und ihn nicht hinter den Schleier der Zeit träumend verstummen und verblassen zu lassen. Er erzählt uns, dass Himmel und Erde schon lange miteinander musizieren, gilt die Harfe doch als eines der ältesten Instrumente weltweit. Ihr Klänge bezauberten bereits vor 6000 Jahren.

Der Vollmond im Steinbock erinnert uns daran, dass unsere fliessenden liebenden und Geborgenheit suchenden und gebenden Anteile einer Form bedürfen, die uns und die anderen ernst nimmt und in der Tiefe des Seins erreicht. Liebe in der Wirklichkeit, in ihren Schutzräumen, ihren Forderungen, ihren Ansprüchen, ihrer Treue und Ernsthaftigkeit und in ihrer Ehrlichkeit, fernab jeden kindlich fordernden Verhaltens - das ist der Aufruf. Sich selbst tragen und ertragen können in allen Bezügen, Selbstverantworung annehmen auch in den Bereichen, wo uns Geborgenheit und Schutz von aussen als Rettungsring erscheinen- das ist das Licht des Vollmondes, das ins Innere strahlen kann.

Wenn sich der Mond morgen zum zweiten Mal in diesem Monat rundet, könnten wir uns fragen, wie wir die Liebe und das Leben besser miteinander vereinen. Wie wir Schmerz in Tiefe und fliessende Fülle in Form verwandeln können. Wir könnten uns fragen, ob wir das Leben lieben, so wie es ist, mit all seinen Prüfungen und Grenzen. Wo die Krebsnatur kindlich mitleidend fliesst, antwortet der Steinbock aufrecht und ernst und weist auf schwere und lange Wege hin. Selbstmitleid kann ein Ausdruck dieser beiden Energien sein , Selbstverantwortung ist die Lösung und die Erlösung.

Das eigene Bewusstsein zu wandeln ist eine Herausforderung die wir oft erst unter dem Druck Saturns annehmen können. Wenn es uns gelingt, dabei die unterschiedlichen Tonlagen der Schöpfung nicht zu überhören, können wir die hinter uns liegenden Prozesse und die vor uns liegenden Herausforderungen annehmen, ohne zu zweifeln und ohne zaghaft zu werden.

Wenn wir unseren Gefühlen einen schützenden Raum schaffen, ein Gefäss formen, in dem Halt und Schutz die feinen Wellen des Empfindens umarmen, dann werden Harfenklänge die Welt verzaubern und die Wirklichkeit auch in all ihrer zeitweiligen Kantigkeit ganz die unsere sein.


Die Karte The Moon stammt aus dem Tarot of the Sevenfold Mystery von Robert Place

Donnerstag, 28. Juni 2007

Der Strandläufer III




Es war kein Tag wie jeder andere, bereits der nächtliche Blick in den Himmel hatte Bewegung gezeigt. Der Mond war verdunkelt und der verzauberte Schimmer des silberüberfluteten Meeres schlief in der Vergangenheit, wie so manches.

Der Schmerz meiner Heimkehr umfasste das Wissen, Unwiederbringliches verlassen zu haben, konnte aber die Erfahrung fragloser Einigkeit nicht berühren. Aufgehoben und wärmend eingehüllt schaute ich der Welt entgegen und erstarrte erst, als die Salzsäure des Schweigens mein Herz erreichte.


Der Weg zurück ins Leben forderte einen Tribut, den ich nicht einmal in Gedanken von tiefstem Grau in seiner Unerbittlichkeit vorzeichnen konnte. Die in Liebe getauchte Wärme wich einem tauben Gefühl, das metallisch schmeckte und in Staub zerfiel, sobald ich es berührte. Dahinter lauerte lähmendes Entsetzen, das wortlos blieb. Ich bewegte mich langsam, denn die Gewichte des Lebens schienen aus purem Blei. Sehnlichst wünschte ich, niemals gefunden zu haben, was ich suchte, jedes Sternenfunkeln glich Hohnlachen und der Abendgruß des Mondes war schiere Pein.

Die Unglaubwürdigkeit des Lebens sprang mich aus dem Hinterhalt an und die Klauen der Angst bohrten sich scharf in mein Herz. Die Sonne war nicht mehr zu fühlen, der Wind flüsterte nicht mehr und die Mauern der Stadt blieben starr. Im fahlen Schein der Morgenstunden fragte ich mich ratlos, warum ich nicht weltenfern geblieben war.

An diesem Tag, inmitten der Stadt, beschloss ich, fort zu gehen. Ich war nichts, als Einatmen und Ausatmen und wenn das die Antwort auf den Ruf des Lebens war, war sie falsch. In diesem Moment schreckte mich ein Fauchen auf und ich erstarrte. Sekundenlang drohte der tosende Verkehr, mich zu verschlingen. Ich war umzingelt und brüllende Löwen schienen auf dem Sprung. Adler und Habichte flatterten in den Autos, hackten mit ihren Schnäbeln wild gegen die Fensterscheiben, wütend, wie mir schien. Ich spürte peitschenden Sturm durch die Häuserfronten jagen, sah eine Ratte unter silbernem Blech verschwinden, eine Katze schlich geduckt hinterher. Erschreckt schaute ich in den Himmel, dort kämpften die Wolken, als ginge es um Leben und Tod. Es folgte ein Moment schwärzester Stille, und dann hob ich wie im Traum die rechte Hand.

Unversehens tauchte zwischen den Tatzen des wildesten Löwen das Bild eines schlafenden Mannes auf. Als ich näher trat, ließ sich die Raubkatze brummelnd zu meinen Füssen nieder und ich blickte direkt in das Antlitz des Strandläufers, der lächelnd zu träumen schien. Von irgendwoher wehte der Geruch des Meeres und in den wieder einsetzenden Lärm der Stadt mischte sich der Ton der Inselzeit, kristallklar und rein. Mein Herz begann schneller zu schlagen und der warme Atem des Standläufers berührte mich sanft.

Suchend sah ich mich um, doch alles, was ich erblickte, waren leere Gesichter, verschlossene Münder und kalte Augen. Menschen auf dem Weg nach Nirgendwo. Die Löwen waren verschwunden, die schlafende Gestalt nicht mehr zu sehen. Die Autos hupten, die Ampel sprang auf Grün, hinter mir weinte ein Kind. Ich ging langsam weiter und sah in meine geöffnete Hand. Die durchbrechenden Sonnenstrahlen brachen sich direkt auf einem Haar und erhellten es zu einem fein gesponnen Faden aus purem Gold.


Aus: ECW, Der Strandläufer, © Eva-Christiane Wetterer
Das Wolkenbild stammt von Günther Melzer

Traum und Wirklichkeit



Einst träumte Zhuang Zhou und wurde ein flatternder Schmetterling, heiter und seinem Ansinnen angepasst. Er wusste nichts von Zhuang Zhou. Als er plötzlich erwachte, war Zhuang Zhou voll und ganz da. Nun weiß man nicht, ob ein Zhuang Zhou im Traum ein Schmetterling wird, oder ein Schmetterling im Traum ein Zhuang Zhou. Wenn es einen Zhuang Zhou und einen Schmetterling gibt, dann muss es einen Unterschied dazwischen geben. Dieses nennt man die Wandlung der Dinge


Meister Zhuang war ein daoistischer Philosoph und Schriftsteller, dessen persönlicher Name Zhuang Zhou (庄周/莊周) war, und dessen Werk nach ihm als Zhuangzi bezeichnet wird. (Aus wikipedia)

Montag, 25. Juni 2007

Schein und Sein




Morgen ist die Neptun Saturn Opposition exakt, viele Prozesse der letzten Monate, ja des letzten Jahres runden sich oder spitzen sich final zu und bringen Licht in unsere unterschiedlichen Lebenslagen.

Wo Ideale, Visionen und Empfindungen der konkreten Realität begegnen werden Themenfelder ausgeleuchtet, die oftmals vom inneren Licht und auch Nebel und nicht immer von verwirklichender Kraft gesteuert sind.

Das Leben selbst schickt seit einiger Zeit die Mahnungen, die wir im Inneren oder auch im Aussen wieder und wieder überhört haben. Wo und wie gemahnt oder gemassregelt wird, lässt tief blicken: in den Bereich des Neptun, den wir der Wirklichkeit verschlossen
haben. Oder in den Bereich des Saturn, der nicht mit der Welt hinter der
Welt in Kontakt kommen sollte oder dúrfte.

Gleichermassen kristallisieren sich die Themen heraus, die trotz mangelnden Echos in der Welt von uns geachtet und weiter gefördert werden wollen. Träume werden wahr, wenn wir sie in die Wirklichkeit umpflanzen und nicht nur in uns bewegen. Dass wir uns dabei der saturnalen Realität stellen müssen, ist Gesetz der Zeit.

Der Saturn im Löwen hat nun zwei Jahre lang unerbittlich Herrschaftsansprüche geprüft, unsere eigenen und die der anderen, hat dort, wo zuviel Schein und zu wenig Sein ist, die Sense geschärft und für Schnitte gesorgt, die spürbar waren und sind. Verantwortung, Struktur, Autorität wurden abgefragt, Größenphantasien eingedampft auf den passenden Wirklichkeitsgrad. Worthülsen sind nicht das, was unter Saturn im Löwen Bestand hatte. Große Lieben, große Visionen, große Chancen, große Pläne wurden demaskiert.

Neptun im Wassermann als Gegenspieler erzählt unter anderem von Freiheit, von absoluter Freiheit, von einer Willens-Freiheit, die scheinbar jeden Weg offen liess. Auch den ins grelle Licht der Wirklichkeit. Wer die weltweite politische und alltägliche Realität ansieht, wird das Grauen über das, was Menschsein in all seinen Schattierungen bedeuten kann, kaum unterdrücken können.

Saturn Opposition Neptun. Handeln aus der Mitte unseres Selbst - in der Mitte unseres Lebens - in dieser unserer Welt, die Gesetze hat, die wir weder wegwünschen, noch wegbeten, sondern aktiv und wach mitbestimmen und mittragen können.

Auf ein Neues,….Tag für Tag.
ECW

Die Karte The Hermit stammt aus dem Tarot of the Sevenfold Mystery von Robert Place

Freitag, 22. Juni 2007

Fluglinien



Wie viele weiße Schwäne müssen vorbeifliegen,
damit ich sicher sein kann,
dass der nächste kein schwarzer ist?

Rupert Riedl, Wiener Biologe, Konstruktivist, Verhaltensforscher

Donnerstag, 21. Juni 2007

Der Strandläufer II


Es war ein Tag, der den Himmel fern und das Meer überwältigend nah erscheinen ließ, sanftes Grau zeichnete beides zu einem Gemälde längst versunkener Zeit. Ich ging zur gleichen Stunde wie immer an den Strand und ahnte entfernt, was geschehen würde. Bereits die nächtlichen Träume hatten neue Tönungen gezeigt und ein fragender Blick in den Himmel hatte Zeichen gesandt.


Vor wenigen Wochen war die resonanzlose Stille einem Zwiegespräch gewichen, das Antworten enthielt. Wie selbstverständlich war der schweigende Mann an dem Tag plötzlich näher gekommen, an dem der nächtliche Mond noch hell am Himmel stand. Seine Haare wehten leicht im Wind. Sein Lächeln blieb bei mir.


Von diesem Zeitpunkt an war er Tag für Tag ein wenig näher gekommen und während die Stunden im Nichts verschwanden, lasen wir ineinander aus dem Buch der Wahrheit, das existiert, seit die Sterne am Himmel stehen. Ich war auf der Insel, um Antworten zu finden und stellte staunend fest, dass alle Antworten bereits gegeben waren, alle, bis auf eine. Hier am Ende der Welt ein Echo zu haben, das jede Faser meines Inneren traf, glich einem Wunder und ich lächelte, sogar im Schlaf.

Eines Nachts legte sich seine schmale Hand um meinen Körper und ohne sie auch nur vorzudenken, formten sich kristallklare Worte der Liebe in mir. Während ich noch in mich hineinhorchte, verwoben bereits unsere Körper fraglos und sanft. Ineinander bewegt, waren wir uns in jeder Dimension begegnet und als ich später auf den schlafenden Mann neben mir sah, ahnte ich, dass diese Begegnung der Ruf des Lebens war.

Der Morgen kam und alles schien wie immer. Während ich im silbergrauen Schatten auf das Erscheinen der vertrauten Gestalt wartete, fiel mir die Plastikrolle ein, die ich aus dem Meer gefischt hatte. Sie war verschlossen und unberührt, meine Ahnung, dass alles verändert sei, wenn ich den Inhalt kannte, hatte mich damals zögern lassen. Heute, in dem Gefühl der Liebe und Ruhe, würde ich sie öffnen.

Ich blickte aufs Meer und lauschte dem Klang der Wellen. Das Wasser murmelte unbewegt, die Sonne war verschwunden. Die Fußspuren im Sand lagen da, wie in Blei gegossen und der Wind hatte sich gelegt. Ich grub die Rolle aus. Ein Blatt Papier und eine Muschel fielen heraus und als ich lesen wollte, was geschrieben stand, verschwammen die Buchstaben vor meinen Augen. Stunden später erfasste ich die sieben Worte und erst als der Mond das Meer in reines Silber tauchte, stand ich auf. Die Inselzeit war vorbei, das Leben hatte gerufen.


Aus: ECW, Der Strandläufer, © Eva-Christiane Wetterer 2001

Dienstag, 19. Juni 2007

Saturn/Neptun



Sprich nicht samtene Worte,
wenn steinerne Taten auszuführen sind.

(aus dem Tartarischen)



Montag, 18. Juni 2007

Saturn



Der Hüter der Schwelle, der Herrscher der Zeit. Langsame Expansion, die bei gleichzeitigem Verantwortungsbewusstsein tragfähig wird. Die eigene Formgebung, die sich aus den wahren Ressourcen und nicht aus alten anpassenden, angepassten und einengenden Qualitäten speist.

Saturn. Sein spezifisches Gewicht (0,7) ist geringer, als das des Wassers. Er ist der am wenigsten verdichtete Planet. Hier spiegelt sich in der Materie das menschliche Vermögen, ihn zu verdrängen, verschleiern, vergessen, bis das Leben selbst saturnale Antworten gibt.

Saturn.

Das Rückgrat. Das Über-Ich. Recht, Gesetz, Verantwortung, Regeln und Pflichten, Disziplin.

Die Reduktion auf das Eigentliche,...das ist, was Saturn anzeigt, aufzeigt und wieder und wieder fordert. Der Saturn in uns steht zu uns, wenn wir ganz in uns und zu uns stehen. Aus diesem Blickwinkel ergibt die (nicht auf den ersten Blick einleuchtende) Zuordnung zur Tarotkarte XXI, DIE WELT tiefen Sinn:

Die Welt. Der Mensch in seinen eigenen Grenzen, ganz erfüllt an seinem Platz - das ist gleichermassen das Zuhause bei sich ankommen und das Freisein von alten Zwängen, bei gleichzeitiger Akzeptanz dessen, was das Leben selbst teilweise unerbittlich fordert.

Die Bereiche, die Saturn hinterfragt, reduzieren uns auf uns selbst, oft blicken wir unserer Angst, unserem Versagen und auch unseren Selbststrangulierungen ins Gesicht. Je mehr diese Prinzipien überwunden werden, um so größer wird die innere Stabilität und Souveränität und um so tragfähiger wird das eigene innere Reich.


Die Lasten der Vergangenheit, so lehrt Saturn, wollen verarbeitet und nicht nur erduldet und erlitten werden. Nicht Leiden läutert, sondern die Würdigung des eigenen Lebens und der tiefe Respekt vor dem Leben selbst.

ECW

Die Tarotkarte The Hermit stammt aus dem Alchemical Tarot von Robert Place

Sonntag, 17. Juni 2007

Neptun


Es war einer dieser goldenen Tage, an denen das Meer spiegelglatt, der Himmel überirdisch Blau und die Wünsche an das Leben riesengroß sind. Ich stand mit dem Sonnenaufgang auf und wusste sofort, dass er auch heute am Strand sein würde. Tag für Tag hatte ich ihn beobachtet, wieder und wieder fasziniert von dem stillen Bild. Immer stand er regungslos im Sand. Ein Bild der Ruhe und Gelassenheit. Sein Blick war unbeirrt auf den Horizont gerichtet und wenn er einen Moment in meine Richtung sah, konnte ich ein sanftes Lächeln erkennen. Worauf wartete er und wem galt das Lächeln? Was suchte dieser Fremde hier auf meiner Insel?


Niemals hatte sich ein Mensch an diesen Strand verirrt und als ich seine schmale Silhouette das erste Mal sah, fühlte ich mich gestört. Aus einem unbestimmten Gefühl heraus wartete ich ab und unternahm nichts. Woher kam er und wohin ging er? Hatte er mich gesehen oder war er so in seine Welt versunken, dass er nichts um sich herum wahrnahm? Ein einziges Mal hatte er plötzlich ein paar Schritte in meine Richtung gemacht, hielt aber wieder inne, drehte um und ging genau an die Stelle zurück, an der er immer stand.


War er fort, stellte ich mich in seine Fußtritte, die sich im Sand abgedrückt hatten, und schaute aufs Meer. Was sah er, was ich nicht sah? Meine Augen tasteten den Horizont ab und schweiften über das Wasser. Ich entdeckte nichts, was mir nicht schon seit Monaten zutiefst vertraut war.

Manchmal setzte ich mich neben die Spuren im Sand und legte meine Hand hinein. Das gab mir ein Gefühl von Nähe zu dem Mann, den ich nicht kannte und niemals gesprochen hatte und der mir doch merkwürdig vertraut war.

Ich hatte seit Monaten keinen Menschen gesehen, um hier zwischen Sonne und Meer herauszufinden, was nicht nur wichtig schien, sondern wichtig war. Ich sprach mit keiner Menschenseele seit ich hier war, ich war völlig allein auf der Insel. Manchmal redete ich mit den Sternen oder der Sonne, aber meist nur kurz, weil ich Angst davor hatte, dass ich eines Tages auch Antworten hören würde.

Wenn nicht die Fußspuren von seiner Wirklichkeit zeugen würden, hätte ich eher an eine Fata Morgana geglaubt, als an einen anderen Menschen, der hier am Ende der Welt meine Wege kreuzte. Ich setzte mich in den Schatten und wartete. Er kam meist gegen Mittag, wenn die Sonne unbarmherzig brannte.

Ich überlegte lange, ob ich ihn ansprechen sollte, bevor er eines Tages eben so plötzlich verschwunden sein würde, wie er aufgetaucht war. Was sollte ich sagen? Floskeln passten nicht an diesen Ort.

Während ich wartete, sah ich plötzlich eine Veränderung im ewig gleichen Bild. Die Wellen hatten einen Gegenstand ans Ufer gespült. Ich stand auf und ging zum Wasser, neugierig auf das, was da lag. Es war eine Plastikversandrolle, durchsichtig, fremd, aus einer anderen Welt. Als ich sah, dass ein Schriftstück hineingerollt war, spürte ich, dass meine Hände zitterten. Ich ging zurück in den Schatten und hielt die Rolle in der Hand. Eine klare Stimme in mir sagte, dass nichts mehr so sein würde wie es war, wenn sie ihr Geheimnis preisgegeben hatte.


Aus: ECW, Der Strandläufer, © Eva-Christiane Wetterer 2001



Blickrichtung


Schau nicht
auf den Finger, der den Weg zum Mond weist.
Schau auf den Mond.

Zen-Weisheit



Samstag, 16. Juni 2007

Landung


Himmel und Erde, Neptun und Saturn, der definitive Abgleich des Unendlichen mit der kristallinen Wirklichkeit. Blogstart.

Hier und Jetzt stehen Mond und Merkur vereint an der Himmelmitte. Die Tarotkarte, die ich auf die Energie dieses Blogs gezogen habe, ist das As der Kelche, eine Karte, die mich seit Jahren begleitet und mich viel über die himmlische und die irdische Liebe gelehrt hat.


Das As der Kelche aus dem Alchemical Tarot transportiert die Startenergie im Bild. Es ist mein liebstes Deck neben dem Klassiker Rider Waite, der mich in meinem Alltag, bei der Beratung und in meinem Workshops begleitet.


Neptun und Saturn. Aus der Unendlichkeit des Seins die eigene Wirklichkeit kreieren - eigentlich ist es das, was wir Tag für Tag tun, allerdings nicht jederzeit wissend, geschweige denn in Gewissheit.

Ganz hier und dem Himmel so nah.

ECW.